Beim Schnapsen gibt es nicht nur unzählige Spiel-Variationen
Schnapsen, Bauernschnapsen, Talonschnapsen – das Spiel, das in Deutschland auch als Sechsundsechzig bekannt ist, verfügt über zahlreiche Spielvarianten. Nimmt man die möglichen Varianten weltweit zusammen, dürfte es wohl sogar mehr als 50 verschiedene Varianten geben. Durch die weite Verbreitung ergibt sich aber auch ein anderer Gesichtspunkt: die unglaublich vielen Sprachvarianten des Spiels, das auch immer mehr durch zahlreiche Online-Schnapsen Varianten an Beliebtheit gewinnt. Ein Beispiel hierfür ist eine Spielvariante des Bauernschnapsens, das man in Deutschland und Österreich als Flecken, Schießen oder Spritzen kennt.
Gefleckt, gespritzt oder geschossen werden kann, wenn man als Kontra-Partei glaubt, das der Ansager das Spiel verlieren wird. In diesem Fall ist das Spiel die doppelte Punktzahl wert. Ein weiteres Beispiel hierfür ist die Spielvariante, die in weiten Teilen Österreichs als „Ringerl“ bekannt ist. Diese Variation ist aber auch oft als „Gangl“ in Österreich oder als „Ring“, „Neuner“, „Durchmarsch“ oder „Gang“ bekannt. Ähnliches gilt auch für scheinbar noch einfachere Ausdrücke beim Schnapsen. Allein schon mit dem Spielnamen Sechsundsechzig für das Schnapsen kann der ein oder andere Burgenländer, Steirer oder Kärntner nicht viel anfangen. So sorgt denn auch das in Norddeutschland oft übliche Wort „Atout“ mitunter für viel Gelächter in weiten Teilen Österreichs, aber auch in Bayern oder Baden-Württemberg, ist doch das aus dem Französischen stammende Wort für Trumpf dort nicht wirklich geläufig. So ist es durchaus schon vorgekommen, dass sich manch ein Österreicher in seiner Stammkneipe doch sehr wunderte, was für ein komisches Kartenspiel die norddeutschen Touristen da am Nebentisch spielen, wenn er Worte wie Sechsundsechzig, Atout oder Durchmarsch gehört hat. Hätte er gewusst, dass da am Nachbartisch Schnapser am Werk sind, wäre er vielleicht händereibend sofort mit von der Partie gewesen.