Die Helden der Doppeldeutschen Karten
Das Kartenspiel Schnapsen wird traditionell – vor allem in ländlichen österreichischen Regionen sowie in Teilen Osteuropas – mit den sogenannten Doppeldeutschen Karten gespielt. Dieses Blatt ist mit Personen der Schweizer Geschichte rund um Wilhelm Tell bebildert, in der Schweiz selbst jedoch meist unbekannt. Außer dem Eichel Ober – Wilhelm Tell – sind die anderen Persönlichkeiten des Blattes meistens in Österreich und auch in Deutschland jedoch nicht so bekannt. Gelegentlich kann sich vielleicht der ein oder andere Spieler beim Schnapsen, bzw. dem online schnapsen noch an den Herz Ober, Reichsvogt Herman Geßler erinnern, den Wilhelm Tell erschossen haben soll.
Wenn es aber schon um den Grün Ober, Ulrich von Rudenz geht, geraten einige selbst in Geschichte gut bewanderte Schnapser ins Grübeln. Rudenz war der Neffe des Alten Freiherren von Attinghausen und ergriff Partei für die habsburgische Tyrannei. So richtig schwierig wird es dann beim Schellen Ober: der Flurschütz Stüssi ist wohl beim Schnapsen mit doppeldeutschem Blatt der Unbekannteste der Ober und beim Erinnern an Tell wird dieser Person sicher keine Bedeutung zugemessen. Ganz ähnlich verhält es sich mit den Untern. Während der Grün Unter, Walter Fürst noch als Bauernführer genauso als einer der drei Eidgenossen wie der Herz Unter Werner Stauffacher und der Schellen Unter Arnold von Melchtal in die Geschichte einging, wird es beim vierten Unter schon weitaus schwieriger. Beim Eichel Unter des Doppeldeutschen Blattes handelt es sich nämlich um Rudolf den Harras. Er war der Geschichte nach nämlich der Stallmeister des Reichsvogts Geßler. Viel einfacher wird es da beim Schnapsen mit den Doppeldeutschen Karten bei den Assen. Denn Frühling, Sommer, Herbst und Winter sind ja nicht nur den Anhänger des Schnapsens, ob in Realität oder beim Online-Schnapsen, bestens bekannt.