Woher kommt eigentlich das Schnapsen?

Schnapsen ist eines der beliebtesten Kartenspiele weltweit. Ob Schnapsen mit der Familie oder als Zeitvertreib in der großen Pause in der Schule – das dem Vernehmen nach zumeist in Österreich gespielte Kartenspiel freut sich wieder größter Beliebtheit, besonders seit es auch als Online-Schnapsen Einzug gehalten hat. Aber auch in Ungarn, Deutschland, Spanien, Italien oder sogar in Norwegen erfreut sich der Kampf um die 66 Augen größter Beliebtheit und selbst in der Russischen Föderation existiert mit Tyziacha eine der beliebten wenn auch abgeänderten Spielvarianten. Wie immer bei einem solch interessanten Zeitvertreib stellt sich natürlich die Frage danach, wann und wo das „normale“ und auch das Online-Schnapsen eigentlich erfunden wurde.

Dies lässt sich aber nun nicht so einfach klären, denn während man das Skatspiel sofort mit seiner „Heimat“, der ostthüringischen Stadt Altenburg in Verbindung bringt, gibt es für das Schnapsen keine klare Antwort. Lange Zeit ging man davon aus, dass die Wiege des Spiels im Westfälischen Paderborn stand, wo das Spiel unter dem zweiten weit verbreiteten Namen Sechsundsechzig im Jahre 1652 in einer Schänke erfunden worden sein soll. Daher stamme auch der weitere Name des Spiels, Paderbörnern. Dies macht sicherlich Sinn, wie sonst sollte man diesen Namen mit dem Schnapsen in Verbindung verbringen. Schließlich existiert in Paderborn ja auch bis heute eine Gedenktafel, die an die „Geburt“ des Spiels erinnert. Jedoch gibt es an dieser Version immer mehr Zweifel, fand das Schnapsen doch in weiteren historischen Dokumenten unter Namen wie Schnarpsen Erwähnung. Da es jedoch keine eindeutigen Belege für die Erfindung des Spiels und der Schnapsen-Regeln gibt, lässt sich die genaue Entstehung des Kartenspiels bis heute nicht eindeutig belegen. Wer weiß, vielleicht gab es irgendwo auf der Welt schon im 15. Jahrhundert oder gar noch früher ein Kartenspiel namens Schnupsen, Schnipsen oder Schnepsen…